Themen

Berufspolitik

Anforderungen an die Qualifikation von Psychotherapeuten
Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen

Ausgangssituation:

Bis 2010 müssen alle Studiengänge in Deutschland auf die europaweit einheitlichen Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt sein. Ausgenommen ist die ärztliche Ausbildung und vielleicht das Jurastudium. In vielen Universitäten und Fachhochschulen hat die Umstellung begonnen. Die Auswirkungen auf die Ausbildung und in letzter Konsequenz auf unseren Berufsstand müssen diskutiert und entsprechende Initiativen ergriffen werden.

Die Universitäten und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie haben sich für den Master-Abschluss als Eingangsvoraussetzung für eine Ausbildung zum PP verständigt. (Info aus dem Protokoll des KJP-Ausschuss der BPtK vom 17.Jan.05)

Ausgangsthesen:

Die Umstellung der Studienordnungen beinhaltet die Chance und die Notwendigkeit die gesetzlichen Bestimmungen zur Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zu novellieren.

Der Berufsstand KJP muss darauf achten, dass der Zugang der pädagogischen Quellberufe erhalten bleibt ohne die Gleichrangigkeit der beiden Heilberufe PP u. KJP zu verlieren.

Eine stringent hierarchische Ausbildungsfolge Bachelor (3 Jahre) – Master (2 Jahre) – Psychotherapieausbildung (3 bzw. 5 Jahre berufsbegl.) wird zu massiven Nachwuchsproblemen führen. Einmal weil der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium begrenzt werden soll und zum Anderen werden die Ausbildungszeiten und –kosten so hoch sein, dass nur noch einige Privilegierte die Ausbildung zum Psychotherapeuten abschließen werden.

Perspektiven:

Die Ausbildung zum KJP muss auf dem gleichen Niveau bleiben, wie die der PP, dies bedeutet nach, oder unter Einbeziehung, eines Masterstudiums.

Ich sehe die Notwendigkeit die Möglichkeiten zu schaffen Teile der Psychotherapie­ausbildung in entsprechende Masterstudiengänge sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen einzubauen.

Um den Zugang von pädagogischen Quellberufen - in Zukunft pädagogische Bachelor und Master Studienabschlüsse – zu erhalten sehe ich zwei unterschiedliche Perspektiven:

a). mit einem Bachelor in Pädagogik, Sozialpädagogik o. entsprechendem Abschluss ist der Wechsel in ein Masterstudiengang klinische Psychologie möglich und b). Pädagogische Masterstudiengänge bzw. neue Masterstudiengänge, die pädagogische und psychotherapeutische Inhalte verbinden (Beratung, Prävention, klinische Sozialarbeit …..) berechtigen zur Psychotherapieausbildung, nach Möglichkeit für beide Berufsgruppen.

An verschiedenen Fachhochschulen für Sozialarbeit und Sozialpädagogik entstehen neue Masterstudiengänge in den Bereichen des Sozialmanagements für zukünftige Leitungskräfte. Ich sehe aber auch die Chance in den pädagogisch bzw. sozialpädagogisch orientierten Masterstudiengängen nicht nur wirtschaftswissenschaftliche Inhalte einfließen zu lassen, sondern psychologische und psychotherapeutische Basisqualifikationen zu vermitteln, die eine beraterische, bildende, präventive und diagnostizierende Tätigkeit ermöglichen und den Grundstein bzw. das Fundament für eine Psychotherapieausbildung legt.

Der Anteil der anerkennungsfähigen Studieninhalte der Masterstudiengänge für eine Psychotherapieausbildung könnte unterschiedlich sein. Bei einem klinisch ausgerichteten Studium wären sie dann umfangreicher.

Dies hätte den Vorteil, dass sich Studierende mit dem Ziel einer anschließenden Psychotherapieausbildung gezielt Studiengänge auswählen könnten, die auf die Ausbildung zum Psychotherapeuten vorbereiten. Aber auch „Spätberufene“ mit angrenzenden Masterabschlüssen könnten in die Ausbildung kommen.

Ich möchte ausdrücklich auf das Positionspapier der KJP-Gruppe aus Niedersachsen und auf den Bericht vom Treffen mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit von Marion Schwarz verweisen.

Köln, 22. Okt. 2005
Matthias Fink

Siehe auch:
http://www.dgvt.de/Die_Neuordnung_der_Psychologie.2249.0.html

Positionspapier der Psychotherapeutenkammer NRW
[PDF-Dokument, 53 KB]

Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer
[PDF-Dokument, 102 KB]

 

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